#bpt122: Die Aussprache

Am Vorabend des Bundesparteitags der Piraten kommt es traditionell zu einer Aussprache zwischen Basis und Bundesvorstand. Die hätte in Bochum heftig ausfallen können. Denn Personalstreitereien und Rücktritte hatten die letzten Wochen geprägt. Doch aus dem Abend wurde keine Abrechnung.

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  1. Dabei hätte es Konfliktpotenzial gegeben. Beispielsweise die Aufforderung des Parteichefs Bernd Schlömers gegenüber dem Bundesgeschäftsführer Johannes Ponader, "mal arbeiten zu gehen", was von vielen Parteimitgliedern als Affront gegen das eigentlich von der Partei favorisierte Bedingungslose Grundeinkommen gesehen wurde. Ponader ist arbeitsloser Freiberufler.
  2. Eine klare Entschuldigung war nicht vernehmbar, auch wenn der Moderator das Statement von Bernd Schlömer zur Sache so deutete. Der hatte aber nur darum gebeten, Vergangenes vergangen sein zu lassen. Eine Haltung, die von Teilen der Basis geteilt wurde, von anderen aber stark kritisiert.
  3. Statt Personalfragen sollen Sachthemen im Fokus stehen. Johannes Ponader und Bernd Schlömer betonten immer wieder, dass es das Ziel der Partei ist, bei der nächsten Bundestagswahl die Fünf Prozent-Hürde zu knacken. Dazu sei ein Parteiprogramm nötig, das die Wähler überzeugt. Doch ob die Diskussion von Programmfragen heute harmonischer abläuft, daran ließ schon die Diskussion am Vorabend des Parteitags Zweifel.
  4. Insgesamt überwog aber die Harmonie. Die ganz kritischen Stimmen blieben dort, wo man sie im Saal nicht hörte: Vor der Tür.
  5. Ein Ende vor der Zeit brachte dann nicht ein befürchteter Eklat, sondern ein gänzlich Unbeteiligter: Der Hausmeister des Saals. Punkt 22 Uhr erzwang er das Ende einer Aussprache, die nur ein bißchen eine gewesen war. Die Piraten nahmen es sportlich.
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