Learning from The Guardian: #openjournalism als Schlüssel für die Zukunft?

Manche Verleger verteufeln das Web 2.0 als Hort von "Netzkommunisten", die alles gratis wollen. Andere spielen weiterhin Tycoon, als wäre nix geschehen. Wiederum andere versuchen mit den Gegebenheiten und nicht gegen sie zu wachsen. Vorreiter dabei ist der Guardian mit seinem #openjournalism-Modell.

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  1. I.) Wie sich die Geschichte mit den drei kleinen Schweinchen wirklich zugetragen hat - Ein Märchen erzählt mehr als 1000 Worte:

    Ein Werbespot des GUARDIAN stellt die Vorzüge von #openjournalism auf unvergleichliche Weise dar. Dabei wird auf ein fantastisches Storytelling-Konzept gesetzt. Grundlage ist das bekannte Märchen von den drei kleinen Schweinchen. Anno 2012 geht die Geschichte so: Die drei kleinen Schweinchen verlieren ihre Häuser. Sie beschuldigen sogleich den Wolf: er soll die Behausungen umgepustet haben. Pech für den Wolf, dass er derweil im Kochtopf landet und sich nicht mehr verteidigen kann. Der GUARDIAN und andere Medien berichten live und ausführlich über den Fall. Alles scheint klar, doch via Social Media macht sich Skepsis breit. User berichten, der Wolf sei Asthma-krank gewesen und hätte die Häuser gar nicht umpusten können. Die Enthüllungslawine kommt ins Rollen. Durch User, Journalisten und Behörden ensteht ein Aufklärungsnetzwerk. Die auf mehrere Schultern verteilte Recherche enthüllt schließlich "the whole picture": die drei Schweinchen sind Versicherungsbetrüger und kaltblütige Wolfsmörder. Am Ende müssen sie sich vor Gericht verantworten. Die Moral von der Geschichte: Moderner Journalismus funktioniert als offenes Modell: kollaborativ und interaktiv! [(Aufmerksam auf den Spot wurde ich übrigens durch dieses Blogpost bei zeit.de.]
  2. Guardian open journalism: Three Little Pigs advert - the Guardian
  3. II.) Die 10 Gebote von #openjournalism nach Alan Rusbridger, aufgeschnappt bei Twitter:
  4. Niemand kann die Sache besser und knapper auf den Punkt bringen als der Chefredakteur des Guardian selbst...
  5. III.) #Guttenplag: Es geht auch im deutschen Sprachraum

    Zwar kam bei GuttenPlag die Initiative nicht direkt aus dem Feld des "klassischen Journalismus", doch natürlich beruhte die Medienberichterstattung über die Plagiatsaffäre rund um den zurückgetretenen ehemaligen deutschen Verteidigungsminister zu Guttenberg zu einem großen Teil auf Erkenntnissen, die durch diese Form organisierter "Schwarmintelligenz" zutage gefördert wurden. Das Beispiel zeigt, in welche Richtung der Journalismus initiativ werden kann, ja initiativ werden muss.
  6. IV.) Mentalizing #openjournalism: Vom Gatekeeping zum Gatewatching

    Der Imperativ, das alte Rollenverständnis von Journalismus als Info-Gatekeeper aufzugeben zugunsten des erweiterten Netzwerkgedankens ist auch in meinem Blog medienleiter immer wieder Thema. Etwa in diesem Beitrag (anlässlich eines Vortrags des Medienwissenschaftlers Axel Bruns im April 2011 in Wien), in dem es darum geht, dass sich "klassische Medien" nicht als primus inter pares sondern als Teil eines Netzwerks begreifen müssen, in dem zunehmend Gatewatching gefragt ist. Das bedeutet nicht zuletzt Interaktion und Kollaboration mit anderen Teilen des Systems.
  7. V.) Das Rad der Zeit einfach zurückdrehen?
    Das Internet ist ein Sammelsurium ungelöster Fragen rund um Urheber- und sonstige Rechte - v.a. im deutschen Sprachraum. Vieles ist nicht mehr zeitgemäß und muss klar(er) geregelt werden (mit oder ohne #Acta, lieber ohne...). In Deutschland haben sich die Verlage von der Bundesregierung kürzlich ein Leistungsschutzrecht verordnen lassen. Ich halte diese Entwicklung (trotz Verständnis für manche Überlegung)  für gefährlich, da sie in der generell innovationsfeindlichen Medienbranche zu noch mehr Innovationsunwillen führen könnte, sich auf die tief greifenden Transformationen des Informationsökosystems adäquat einzulassen. Der Illusion folgend, eine Papierwand schütze vor dem Orkan ringsum...
  8. VI.) Further Reading / Learning Platform:
  9. Wer tiefer in die Welt von #openjournalismus eintauchen möchte, MUSS diese Seiten durcharbeiten! #Benchmarking
  10. VII.) Feedback und Kommentare zu dieser storify-Geschichte sind natürlich immer erwünscht:

    - auf meinem Blog: medienleiter.wordpress.com
    - via Twitter: @leiterm
    - per E-Mail: markus.leiter [at] gmail.com
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