As seen onFavicon for http://kommentatort.chkommentatort.ch

"Willkommen in Hamburg"

Die exklusive Kommentatort-Presse-Schau zum neuen Til-Schweiger-Tatort.

Embed

  1. Für François Werner vom Tatort-fundus.de ist "Willkommen in Hamburg" unterhaltsam und humorvoll – was freilich dem hoffentlich nicht in der Rolle des Sidekick stagnierenden Yalcin Gümer (Fahri Yardim) zu verdanken ist. Kleinigkeiten wie erkennbare Krimihandlung oder Überraschungen sucht man freilich vergeblich!

  2. Lars-Christian Daniel von Wiewardertatort.de bringt es auf den Punkt: "Ein bisschen Bond, ein bisschen Batu, ein bisschen Bruce Willis: Tschiller ist die kompromisslose Haudrauf-Variante eines klassischen Tatort-Kommissars, den die nervtötenden Vater-Tochter-Szenen in der norddeutschen Großstadtrealität erden sollen. "Willkommen in Hamburg", an dem der Vorspann ironischerweise noch das tatorttypischste ist, bietet solide Popcorn-Unterhaltung." 
  3. Einen 'Candystorm' scheint die "Zeit" entfachen zu wollen. Sie hieven den neuen Hamburger Rumwurstler kurzerhand zum neuen Schimanski und scheuen auch nicht vor der Floskel: "Der Tatort (…) gehört definitiv zu den grossartigsten seit sehr langer Zeit" zurück.

  4. Für die "Faz" zeigen die ersten Minuten des Films alle Stärken und Schwächen des neuen Hanseaten: Rasantes Tempo, Holzschnitt-Figurenprofile, eine Handlung, die wie ein Güterzug voran rast. Immerhin angeschnitten wird die Problematik, dass so viel Spektakel einen Preis hat, der sich angesichts angespannter Finanzen kaum sendeverbundweit durchsetzen wird.
  5. Für die "Taz" gibt es den neuen Hamburger 'Ermittler' erst gar nicht: "Tschiller ist ein Puzzle aus den üblichen Schweiger-Charakteren." – Die "Taz" findet es müssig, sich drüber aufzuregen, plädiert stattdessen dafür, den Film, und damit zumindest peripher auch Schweiger, einfach mal zu loben. Und sei es auch nur für das "erfrischend reaktionär(e), (…) unzensierte Machotum, nach der ganzen Brüderle-Debatte".
  6. Im "Spiegel"-Interview stellt sich Til Schweiger kritischen Fragen, wischt den Aufguss-Verdacht seines ersten Tatorts vom Tisch, nennt den blutreichen Anfang eine Revolution und verwechselt Tötungs- mit Ermittlungsmethoden. Ausserdem setzt er sich, sendeverbundsweit, für höhere Budgets ein.
  7. Kaum sein kolumnistisches Gemütchen im Zaume halten kann "Spiegel"-Online-Schreiber Georg Diez. Er ortet angesichts des Til-Schweiger-Tatorts hermeneutischen Handlungsbedarf, den er andeutet mit philosophisch gelackten Kalauern des Schlags "hypertrophe Fernsehdemokratie". Er versäumt es aber, seine Kolumne über solche grossmeierischen Phrasen hinaus zu vertiefen.
  8. Profunder ist da schon die Analyse des "Freitag"-Autors Matthias Dell. Er macht auf das gerne beiseite gelassene Problem der einseitigen Quotenfixierung der Tatort-Vernatwortlichen aufmerksam. 
  9. Besser zur Geltung kommt das singulär Til-Schweigerische am exzeptionell Schweiger-Tilschen, neuen, revolutionären Schimanski für Nuschler und Nicht-in-zusammenhängenden-Sätzen-Denkende einmal mehr in der alles klipp und klar zur Sprache bringenden "Titanic". Danke! Blub, blub, blub!
Like
Share

Share

Facebook
Google+