Selbsthass

extreme Form der Selbstablehnung bzw. Selbstverachtung u.a. im Rahmen von Essstörungen (Anorexie oder Bulimie) Persönlichkeitsstörungen bzw. nach traumatischen Erfahrungen . Kann dann mit selbstverletzendem Verhalten einhergehen

  1. Für die Ablehnung der eigenen Person bzw. häufig auch des eigenen Körpers kann es eine ganze Reihe von Ursachen geben. Im Kern liegt häufig ein Problem in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung mit Beginn in der eigenen Kindheit bzw. Jugend vor. 
    Natürlich wird jeder Mensch bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensmuster haben, die er oder sie nicht so schätzt. Das gleiche mag für das eigene Aussehen gelten. Diese übermässig selbstkritische Sicht auf die eigene Person kann aber dann zu einer Krankheit bzw. psychischen Problematik werden, wenn sie völlig unangemessen mit einer negativen Selbstzuschreibung verknüpft ist.

    Häufig ist ein Zusammenwirken von einer eignen biologischen Veranlagung mit einer erhöhten emotionalen Empfindsamkeit bzw. Reizoffenheit , ggf. auch eigenen Entwicklungsbesonderheiten (ADHS, Asperger-Syndrom, tiefgreifende Entwicklungsstörungen) mit psycho-sozialen Bedingungen zu berücksichtigen. Die Betroffenen erleben gemessen an ihrer hohen Bedürftigkeit nach Bestätigung bzw. positiver Rückmeldung eben eher Ablehnung bzw. eine Art von emotionaler Kälte in ihrer Familie. Ob dies nun objektiv so war oder ist oder aber eben subjektiv so wahrgenommen wurde, ist nebensächlich. Häufig werden aber Spannungen bzw. Verunsicherungen in der Ursprungsfamilie hochsensibel wahrgenommen, können aber nicht angsprochen werden bzw. die damit verbundenen Gefühle werden gegen sich selber gerichtet. 
    Das Gehirn nimmt dann Gefühle bzw. Situationen, die mit Anspannung, Irriation oder eben auch Gewalterfahrungen verbunden sind, noch stärker wahr bzw. kann die damit verbundenen Erlebnisse nicht so als Erfahrung abspeichern, dass man daraus konstruktive Lernerfahrungen sammeln könnte. Vielmehr werden in jeder neuen Situation mit Kritik, Ablehnung etc alle alten Hilflosigkeitserfahrungen erneut aufgerufen und somit das Gefühl der Hilflosigkeit unerträglich. 

    Selbsthass ist dann auch als eine Art "Schutzfunktion" zu sehen, diese unerträglichen Gefühle in irgendeiner Form "erklärlich" werden zu lassen. Für die Betroffenen erscheint es leichter zu akzeptieren, dass SIE bzw. ihr Verhalten, ihr Aussehen oder Körpergewicht oder andere willkürlich gewählte Eigenschaften "schuld sein müssen". Damit wird zumindest ein gewisses Gefühl von Kontrolle erlebt. 
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