Frustration

Gefühl, wenn ein Wunsch bzw. Bedürfnis nicht erfüllt wurde

  1. Frustration, d.h. die Täuschung bzw. besser noch Ent-Täuschung ener Erwartung wird vermutlich jeder von uns kennen 

    Wenn sich Ärger, Wut oder Enttäuschung über das Verhalten einer oder mehrerer Personen breit macht, sind aber nicht nur die aktuelle Situation zu berücksichtigen. Häufig reichen die Wurzeln der Frustration eben doch weiter zurück. Frust entsteht eben gerade dann, wenn uns eine bestimmte Situation bzw. Verhalten wie ein Muster immer und immer wieder über den Weg bzw. die Seele läuft. Es geht dann auf die Nerven, dass eine eigentlich als selbstverständlich angesehene eigene Erwartung eben gar nicht vom Gegenüber wahrgenommen wird. 

    Während also eine einzelne Situation vielleicht zu Ärger bzw. Enttäuschung führt, ist Frustration häufig deshalb so frustrierend, weil es immer und immer wieder zu ähnlichen Mustern kommt. Dies kann dann zur Verbitterung bzw. auch Wut führen. 
  2. In der Psychotherapie geht es häufig darum, die Ursachen der Frustration näher zu ergründen. Dabei geht es u.a. um mangelndes Selbstwertgefühl bzw. nicht erlebte Wertschätzung und Sicherheit in der eigenen Kindheit. Einige Therapeuten wenden sich dabei an das "innere Kind", d.h. eine Art innere Vorstellung an die Situation und Bedürfnisse in der eigenen Kindheit. Das innere Kind erlebte zunächst noch einen Zustand von Sicherheit, Aufmerksamkeit und Umsorgtsein.  Aus dem kindlichen Erleben heraus ist es dann unverständlich, dass sich dieser Zustand der "artgerechten Haltung" dann unvorhergesehen ändert (beispielsweise durch die Pflichten durch die Einschulung, Spannungen oder Trennungen der Eltern, Gewalterfahrungen bzw. Stalking etc)

    Wichtig ist es, nicht in einer Opferrolle zu bleiben, sondern möglichst aktive Bewältigungsmöglichkeiten mit den unangenehmen Situationen bzw. Gefühlen zu entwickeln. 
  3. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche angeborene Veranlagung = Disposition für den Umgang mit Frustration bzw. Ärger, Zurückweisung, Kritik etc. Das hängt natürlich auch von der Lebensgeschichte bzw. den eigenen Bewältigungsmöglichkeiten ab. Frustration entsteht natürlich nur dann, wenn die eigene Fähigkeit zur Bewältigung der ärgerlichen Situation bzw. des Zustandes nicht mehr ausreicht. Wir fühlen uns dann (berechtigt oder auch nicht ist hier völlig egal) quasi in die Enge gedrängt bzw. hilflos.

    Bei bestimmten neuropsychiatrischen Störungsbildern wie ADHS ist die Frustrationstoleranz bereits angeboren wesentlich geringer. Es muss dann den Betroffenen ungleich schwerer fallen, mit entsprechenden Situationen angemessen (aus Sicht der Anderen) umgehen zu können. 
  4. Im Coaching wie in der Psychotherapie ist die Suche nach Frustquellen eine der Grundaufgaben. Dabei wird der Klient angeleitet, sich eine Liste von eigenen Frustursachen zu machen. Ich persönlich rate dazu, sich diese Frustquellen möglichst bildlich vorzustellen. 

    Gerade im beruflichen Bereich kann es dazu gehören, dass man eine hohe Frustrationstoleranz entwicklen muss, da die Bedingungen am Arbeitsplatz bzw. auch Hierarchien, Spannungen unter Kollegen aber auch wirtschaftliche Zwänge eben nicht unbedingt durch das eigene Verhalten zu verändern ist. 
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