Depressionen bei Jugendlichen

Eine depressive Symptomatik bei Teenagern verläuft häufig anders als bei Erwachsenen. Zudem sind normale Entwicklungsaufgaben der Pubertät eben nicht so einfach von einer psychiatrisch relevanten Problematik abzugrenzen

  1. Symptome der Depression bei Jugendlichen 
     Bei Jugendlichen kommt es häufig zu 
    - Leistungsproblemen, 
    - sozialem Rückzug, 
    - Antriebsverlust, 
    - Zukunftsängsten und 
    - Selbstwertproblemen. 
    - Ein- und Durchschlafstörungen bzw. Veränderung des Schlafverhaltens
    - Bauchschmerzen bzw. neue körperliche Beschwerden
    - Reizbarkeit 
    - Veränderungen des Appetits bzw. Essverhaltens mit Heisshungerattacken oder Gewichtsverlust
    - Tageszeitliche Schwankungen mit "Tief" am Morgen
    Auch Drogenkonsum kann auftreten. Selbstverletzendes Verhalten können auf eine Depression hinweisen und sind als Alarmzeichen auf jeden Fall sehr ernst zu nehmen. Dies gilt auch für die Entwicklung von Essstörungen wie der Magersucht oder Bulimie. Hier sollte man auf jeden Fall sich professionelle Hilfe suchen !

    Experten der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie raten dazu, Warnzeichen für eine depressive Entwicklung entsprechend ernst zu 
    nehmen. Hierzu gehört die Beschäftigung mit dem eigenen Kind bzw Heranwachsenden. 

    Seit wann ist mein Kind verändert?

    Viele Auffälligkeiten verschwinden nach ein paar Tagen wieder von ganz alleine. Erst wenn eine Störung über Tage oder gar Wochen fortbesteht, kann dies ein Hinweis auf eine ernste Störung sein. Depressive Störungen sind so definiert, dass sie mindestens 14 Tage bestehen (zumindest eine Depressive Episode). Wichtig für die Anamnese ist aber zu wissen, ob andere Symptome wie beispielsweise Konzentrationsprobleme, Ablenkbarkeit etc ggf. schon zuvor aufgefallen sind. Wichtig ist hier auch, ob sich das Schlafverhalten bzw. Interessen verändert haben. Neu auftretende körperliche Beschwerden wie ständige Kopfschmerzen oder Übelkeit  bzw. Veränderungen des Appetits oder Essverhaltens können auch Hinweise auf eine psychische Problematik sein ! 


    Ist mir diese Veränderung früher schon einmal aufgefallen?

    Manche Probleme treten phasenweise auf.  Natürlich sind Stimmungstiefs bei Jugendlichen nicht ungewöhnlich. Auch im Rahmen von Liebeskummer bzw. anderen vorrübergehenden Krisen ist es normal, dass sich die Stimmung und das Verhalten verändert. Treten aber wiederholt Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit bzw. Stimmungsschwankungen auf, so sollte man doch einen Fachmann bzw. eine Fachfrau aufsuchen. 


    Wie häufig und so tritt die Störung auf?

    Hilfreich für eine erste Beurteilung eines Problems kann es sein, wenn Sie relativ genau angeben können, wie oft die Auffälligkeiten bzw Stimmungsprobleme auftreten. Für den ersten Arztbesuch bzw. Kontakt bei einem Psychotherapeuten wäre es hilfreich, wenn sie einen Kalender mit Symptomen bzw. der Häufigkeit von Problemen führen könnten. 

    Bei einer klassischen Depression sollte eigentlich in mehreren Lebensbereichen wie der Schule oder auch im Freundeskreis bzw. im Verein eine Verhaltensveränderung zu erkennen sein. Nehmen sie daher entsprechende Rückmeldungen über Verhaltensänderungen bzw. plötzlichem Leistungsproblemen ernst. 


    Zunehmend ist heute auch das Internet bzw. Handys in Form von Stalking bzw. Mobbing ein Auslöser für psychische Probleme. Daher ist es auf jeden Fall erforderlich zu wissen, wo bzw. mit wem ihr Kind / Jugendlicher Kontakt hat. 



    Wie stark ist das Problem der Depression  ausgeprägt?

    Bei der Beurteilung der Intensität einer Störung geht es nicht um eine objektive Einstufung, sondern um die Ihre persönliche Meinung bzw. die Ihrer Kinder. Sie können das Problem auf z. B. einer Skala von 1-10 einordnen, wobei "1" einer geringfügigen und "10" einer maximalen Belastung durch das Problem entspricht.

    Ist mit dem Problem ein starker Leidensdruck für Sie oder Ihr Kind verbunden?

    Auffälligkeiten oder Störungen können Sie aber auch Ihr Kind sehr belasten, insbesondere wenn aus diesem Grund niemand mehr etwas mit Ihnen zu tun haben will oder die Bewältigung des Alltags erheblich belastet wird.

    Sind Auslöser für die Auffälligkeiten bekannt? Wodurch lassen die Symptome nach?

    Manchmal machen sich Störungen situationsabhängig bemerkbar. Unter Umständen ist ein Problem schon dadurch zu beseitigen, dass man solche Belastungssituationen vorübergehend meidet. In anderen Fällen wissen Eltern ganz genau, was sie tun können, um schwierige Phasen zu durchbrechen. Auch hier kann es für Kinder und Eltern eine enorme Entlastung bringen, wenn man diese Erfahrungen nutzt. Greifen bewährte Maßnahmen allerdings nicht mehr, könnte dies auch daran liegen, dass sie sich abgenutzt haben. Bevor Sie allerdings verzweifeln, weil einfach nichts mehr hilft, sollten Sie sich beraten lassen.


    Raten Außenstehende (Verwandte, Erzieher, Lehrer) zu professioneller Unterstützung?

    Wenn andere Bezugspersonen Ihres Kinds wie Großeltern, Erzieher im Kindergarten, Lehrer oder Betreuer die Veränderungen ebenfalls bemerken und sich besorgt zeigen, stehen Sie mit Ihren Sorgen nicht mehr alleine und können sich austauschen. Unter Umständen bemerken diese Menschen auch Auffälligkeiten, die Sie noch gar nicht bemerkt haben. Das muss Ihnen nicht unangenehm sein, denn sie beobachten Ihr Kind oft in einer ganz anderen Umgebung als Sie oder sehen es nicht so oft, so dass Veränderungen viel mehr auffallen.


    Glauben Sie, dass Sie oder Ihr Kind das Problem selbst lösen können oder brauchen Sie/es Hilfe?

    Häufig versuchen Eltern mit ihrem Kind oder Teenager  viel zu lange ein Problem zu lösen bis sie sich Unterstützung suchen. Gerade wenn Sie derzeit mit mehreren Belastungen gleichzeitig konfrontiert sind, sollten Sie nicht zu lange damit warten, Hilfe zu suchen. Sie tun weder sich noch Ihrem Kind einen Gefallen damit. Hier gehört ein Fachmann ran.

  2. Knapp zehn Prozent der  acht- bis 14-Jährigen wiesen alle Kriterien einer aktuellen depressiven Störung auf. Die meisten haben ein sozial schwieriges und belastendes Umfeld, bei einem Drittel sind die Eltern depressiv. Aber letztlich kann eine Depression eben in jeder Familie auftreten. Besonders gefährdet scheinen Kinder bzw. Jugendliche zu sein, die Entwicklungsbesonderheiten bzw. frühkindliche Auffälligkeiten haben. 
  3. Fideo ist ein speziell auf Jugendliche ausgerichtetes Portal zum Thema Depressionen. U.a. mit einem Selbsttest bzw. auch einem Diskussionsforum zum Thema Depressionen bei Jugendlichen. 
  4. Selbsttest mit 13 Fragen zum Erkennen einer Depression bei Teenagern
  5. Die Portalseite zum Thema Depressionen im Psychologie-Portal Web4health
  6. Jugendliche und Suizid
  7. 3SAT "Scobel" über Depression bei Kindern und Jugendlichen
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