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SOPA - eine Chronik des Protests

  1. Worum geht es? Nilay Patel von The Verge erklärt SOPA bildhaft: Um gegen einen kleinen Shop in New York City vorzugehen, der unter anderem kopierte Filme auf DVDs verkauft, sprengt man alle Straßen, Brücken und Tunnel der Stadt in die Luft – damit niemand mehr zu dem Laden gelangen kann. Nur den Shop selbst lässt man in Ruhe. 

    Was SOPA bewirken soll und welche Auswirkungen das auf das Internet haben kann, beschreibt er in diesem Artikel:

  2. 15. Dezember: Die ersten Beratungen des House Judiciary Committee über SOPA werden unterbrochen und letztlich vertagt, weil dieser Tweet des Republikaners Steve King für heftigen Streit im Ausschuss um das Protokoll und die Umgangsformen sorgt:
  3. SteveKingIA
    We are debating the Stop Online Piracy Act and Shiela Jackson has so bored me that I'm killing time by surfing the Internet.
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  4. 15. Dezember: Google-Mitbegründer Sergey Brin schreibt bei Google+, SOPA würde die USA "auf eine Stufe mit den Regimen stellen, die ihre Bevölkerung am meisten unterdrücken":
  5. 19. Dezember: Anonymous startet mit diesem Aufruf die Operation Blackout. So viele Websites wie möglich sollen von Hackern mit einer Protestseite verdeckt werden:
  6. 22. Dezember: Nutzer des Domain-Verkäufers und Internet-Hosters GoDaddy starten einen Boykott-Aufruf, weil GoDaddy als SOPA-Befürworter gilt:
  7. 23. Dezember: Nur einen Tag später verkündet GoDaddy, SOPA nicht mehr zu unterstützen.
  8. 27. Dezember: Unter dem Titel "The Coming War On General-Purpose Computung" hält Cory Doctorow beim 28C3 in Berlin ein flammendes Plädoyer gegen SOPA. (Christian Wöhrl hat HIER seine deutsche Übersetzung gebloggt)
  9. 29. Dezember: Markham Erickson von der NetCoalition verrät CNET, dass Google, Amazon, Facebook und andere Netzgrößen über eine "Blackout"-Aktion beraten, bei der sie gleichzeitig ihre Websites schwärzen und mit Warnungen vor Zensurgesetzen versehen würden:
  10. 1. Januar: Der bekannte New-York-Times-Kolumnist David Carr betont, dass viele Internetunternehmen fürchten, in chinesische Zustände zu geraten:
  11. 4. Januar: Die spanische Zeitung El Pais veröffentlicht einen Brief des US-Botschafters in Spanien, den dieser am 12. Dezember an den scheidenden spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero geschickt hatte. Darin droht der Botschafter, Spanien auf eine schwarze Liste der Länder zu setzen, die Urheberrechtsverletzungen hinnehmen – falls Spanien nicht endlich angemessene Gesetze verabschiede, mit denen illegales Filesharing bekämpft werden kann. Dokumente, die Wikileaks zuvor veröffentlicht hatte, zeigen, dass die USA schon seit Jahren versuchen, Spanien in dieser Hinsicht zu beeinflussen.
  12. ... hier eine englische Zusammenfassung der Vorgänge in Spanien:
  13. 5. Januar: Eine Studie von Media Matters zeigt, dass die großen US-Nachrichtensender das Thema SOPA fast vollständig unter den Tisch kehren – offenbar, weil sie oder ihre Mutterkonzerne zu den SOPA-Unterstützern gehören:
  14. 5. Januar: AOL, eBay, Facebook, Google, LinkedIn, Mozilla, Twitter, Yahoo und Zynga wollen den alternativen Gesetzentwurf OPEN unterstützen. OPEN sieht vor, dass Websites – ähnlich wie bei SOPA – vor allem finanziell "ausgehungert" werden, wenn sie gegen Urheberrechte verstoßen. Überprüfen und beschließen soll das die Internationale Handelskommission. Weitergehende Zensurmaßnahmen enthält der Entwurf nicht.

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