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Die Causa Machill

An der Universität Leipzig ist es im Moment DAS Small-Talk-Thema Nummer 1: Journalistik-Professor Dr. Marcel Machill hat über seinen Verlag den Studenten Roger Vogel abmahnen lassen. Mittlerweile hat sich die Diskussion verlagert - weg von der Frage, ob man das Problem einfacher aus der Welt hätte schaffen können - und hin zur Kritik am "System Machill".

  1. In der Novemberausgabe der Leipziger Uni-Zeitung "Student" erscheint unter der Überschrift "Illegaler Upload" ein Artikel, der sich erstmals mit dem Konflikt zwischen Roger Vogel und Marcel Machill auseinandersetzt. Vogel hatte ein (zwischenzeitlich vergriffenes) Lehrbuch für seine Kommilitonen eingescannt und im Internet veröffentlicht und war daraufhin vom UVK-Verlag, der einen Hinweis von Machill erhalten hatte, abgemahnt worden. 

    Zitat:
    "Eigentlich wollte ich nur Freunden helfen. Das Buch war vergriffen und sie brauchten es für ihre Hausaufgaben“, beteuert [Vogel], dass er sich nicht habe bereichern wollen.
  2. Am 20. November veröffentlicht das Leipziger Internet-Portal nochweiter.de einen Kommentar zum Thema. Die Protagonisten des Falls werden aber nicht beim Namen genannt.
  3. Danach passiert erst einmal nichts weiter. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn am 29. November veröffentlicht der ehemalige Student Machills, Christoph Giesen, unter der Überschrift "Ein Mann, ein Buch" einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem Machill schwere Vorwürfe gemacht werden.

  4. Es dauert nicht lange und das Leipziger Uni-Radio "Mephisto 97,6" wird auf den Fall aufmerksam. Es führt ein ausführliches Interview mit Roger Vogel - und prägt den Begriff der "Causa Machill".
  5. Bei Twitter macht die Meldung schnell die Runde. So meldet sich unter anderem der Fachschaftsrat KMW der Leipziger Universität zu Wort:
  6. farakmw
    Die Causa Machill nun auch bei Radio Mephisto in Audio! Hörenswert! #causamachill http://is.gd/hXOdl
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  7. Am 30. November veröffentlicht das "Schmand-Blog" des Leipziger Studenten Andreas Hönig einen ersten ausführlichen Artikel zum Thema.
  8. Jetzt steigen immer mehr Weblogs auf die "Causa Machill" ein. Unter anderem berichten mrtnh.de, das Lipsia-Blog und "DoppelV". Am 1. Dezember folgt ein Beitrag des überregional bekannten Blogs netzpolitik.org.
  9. Am Abend des 2. Dezember meldet sich erstmals Professor Machill selbst zu Wort. Auf der Website des "Lehrstuhls für Journalistik II", dessen Vorsitzender er ist, gibt Marcel Machill eine Stellungnahme ab. Darin bestreitet er die Anschuldigungen und macht seinerseits Roger Vogel und dem SZ-Journalisten Christoph Giesen schwere Vorwürfe.
  10. Bei Facebook gründet Roger Vogel derweil eine Gruppe mit dem Namen "Causa Machill", auf der Studenten über das Thema diskutieren und das weitere Vorgehen besprechen.
  11. In "Uncover", dem Online-Magazin der Leipziger Journalistik erscheint eine mehr als nur mittelprächtige Glosse, in der ein "Franz Josef Vagner" über Robert Vogel herzieht.
  12. Manch einer ist deswegen froh, dass das Interesse am Thema langsam abzuebben scheint:
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  14. Doch stattdessen wird bald neues Öl ins Feuer gegossen. Auf der Website des "Lehrstuhls für Journalistik II" wird am 4. Dezember unter dem Titel "Dokumentation der von einigen Studenten initiierten Medienkampagne gegen Professor Machill" eine pdf-Datei veröffentlicht, in der Machill Roger Vogel eine "persönliche Kampagne" unterstellt.

    Zwei Tage später, am 6. Dezember, erscheint in der Süddeutschen Zeitung ein weiterer Artikel, in dem sich Christoph Giesen unter anderem gegen Machills Vorwurf wehrt, sein erster Artikel sei "unterstes journalistisches Niveau".
  15. Auch die "Leipziger Internet Zeitung" springt auf den fahrenden Zug auf und berichtet ausführlich über die Hintergründe des Falles ("David gegen Goliath"). Dabei geht es mittlerweile weniger um Vogels Urheberrechtsverletzung als um die Kritik am "System Machill" selbst.

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