Konferenz "Data & Politics"

Was macht der digitale Wandel mit dem Wahlkampf? Können mit Fake News und Big-Data-Analysen Wahlen gewonnen werden? Nie zuvor gab es so viele Diskussionen über den Einfluss und die Möglichkeiten von Medien und Technologien in Wahlkampfzeiten. Bei der Konferenz "Data & Politics" am 31. März in Berlin wurde vor über 100 Teilnehmern aufgeklärt.

  1. Big Data und Wahlkampf - ein Thema, das bis vor wenigen Monaten meist nur Parteistrategen und PR-Agenturen beschäftigte. Inzwischen greift die Sorge um sich, was mit den neuen Technologien an Meinungsmache möglich ist und wie gläsern der Wähler geworden ist, und das weit über Parteien und Akteure des Wahlkampfes hinaus.
  2. Data & Politics_34_Björn Stecher_Martin Szugat
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  3. „Man muss leider bei diesem Thema schnell zu Trump kommen“, sagt Julius van de Laar, der in Obamas Wahlkampfteams 2008 und 2012 mitgearbeitet hat. In einem halben Jahr wird der Deutsche Bundestag gewählt und gerade die vergangene US-Wahl verunsichert nun, zwingt deutsche Parteien dazu, sich mit den neuen Technologien zumindest auseinanderzusetzen. Trump hat sich mit polarisierenden, abwertenden und verfälschenden Aussagen auf Twitter inszeniert - und dennoch oder gerade deswegen die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen. Doch nicht nur Trump ist Thema in van de Laars Keynote. Er zeichnet ein faszinierend wie erschreckendes Bild der riesigen Möglichkeiten von Big Data im US-Wahlkampf.
  4. Data & Politics_54_Julius van de Laar
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  5. Van de Laar stellt bereits fest, was die kommenden Rednerinnen und Redner bestätigen werden: In Deutschland erlaubt die aktuelle Datenschutzgesetzgebung nur einen Bruchteil dessen, was in den Vereinigten Staaten an Datensammlung und -auswertung möglich ist. Außerdem werden Wahlen nicht durch Technologien gewonnen. Der Großteil des Wahlerfolgs bleibt die Botschaft und die Authentizität der Kandidaten.
  6. So spannend der Blick auf den US-Wahlkampf ist, auf die Bundestagswahl lassen sich diese Phänomene (zum Glück) nicht eins-zu-eins übertragen. Dennoch sind die Ängste vor Einflussnahme durch neue technische Möglichkeiten groß: Bots, die in sozialen Medien die Stimmung kippen. Fake News, die gezielt an empfängliche Bevölkerungsteile gestreut werden. Oder aus tausenden Datenpunkten konstruierte Persönlichkeitsprofile, die perfekte Individualisierung von Wahlkampf-Botschaften ermöglichen. Das verdeutlicht auch die Paneldiskussion "Neue Zeiten - Neue Methoden. Wahlkampf 2017 in Deutschland." mit (v.l.n.r) Julius van de Laar, Mark Seibert (Wahlkampfleiter | DIE LINKE), Robert Heinrich (Wahlkampfmanager Bundesgeschäftsstelle | BÜNDNIS 90/DIE GRÜN), Mathias Richel (verantwortlich u. a. für Onlinewahlkampf | SPD) und Dr. Stefan Hennewig (Leiter Bereich Kampagne und Marketing | CDU).
  7. Data & Politics_93_Julius van de Laar_Mark Seibert_Robert Heinrich_Mathias Richel_Stefan Hennewig
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