Sechs Lehren für den Online-Journalismus des Netzökonomen Holger Schmidt beim #ftoj14

Der Journalist Holger Schmidt, bekannt als Netzoekonom, sprach beim "10. Frankfurter Tag des Online-Journalismus" (#ftoj14) des Hessischen Rundfunks über die Monetarisierung von Online-Journalismus. Aus der Analyse von Auflagenzahlen, Umsätzen, Werbeeinnahmen etc. zog Schmidt sechs Lehren:

  1. 1. Werbung als Geschäftsmodell ist gefährlich

    Mobile als neuer Akteur am Werbemarkt funktioniert nach neuen Regeln: "Ich wage die Prognose", sagt Schmidt, "es wird alles noch viel schwieriger." Bei Schmidt selbst hat in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden: 


  2. Denn Mobile Ads bringen zu wenig Geld ein. Zudem seien die beiden besten Modelle – Native-Ads und In-Stream-Werbung – keine Option für Qualitätsmedien, findet Schmidt: "Ich glaube nicht, dass das der Leser nicht merkt."
  3. 2. Die Konkurrenz steigt

  4. Mit Content Marketing, wie es E-Plus mit dem Portal Curved.de betreibt, werden auch nicht-journalistische Firmen zu Konkurrenten um Leser: "Content Marketing wird richtig groß werden."
  5. Weiteres Beispiel neben E-Plus ist Siemens: 
  6. Bei Twitter tat sich die dann die Debatte auf, ob es tatsächlich 120 Personen oder doch nicht nur 50 sind: 
  7. Auch wenn es nur 50 sind: Die Aussage bleibt dennoch gültig. 

    Im Unterhaltungssektor ringen Buzzfeed und Co. den traditionellen Medien Anteile ab, auch wenn Schmidt solchen Click-Baiting-Seiten keine große Zukunft verheißt:
  8. Und nicht zuletzt steht Roboterjournalismus im Raum, der Journalisten zur Konkurrenz werden wird. 
  9. 3. Lehre: Pay-Content-Beziehungen aufbauen

  10. Qualitätsmedien werden laut Schmidt nicht darum herumkommen, Geld für ihre Inhalte zu verlangen. Das ist eine direkt Folge daraus, dass er Werbung als Geschäftsmodell ausschließt. 
  11. Entscheidend dabei ist die Entbündelung von Inhalten – also das Gegenteil von dem, was Tageszeitungen etc. tun. Die Entbündelung orientiert sich an der zentralen Frage: "Was will der Kunde?" 
  12. "Breaking News" dagegen sind keine Grundlage, um Geld dafür zu verlangen. 
  13. 4. Lehre: Investition in Technik

    Investitionen in Technik und Social Media (siehe 5. Lehre) sieht Schmidt als entscheidend an. Das kollidiert allerdings mit vielen Strategien von Verlagen, die in den letzten Jahren die Gewinne stabil halten konnten, obwohl die Umsätze gesunken sind. 
  14. Das war möglich durch veränderte Prozesse, höhere Preise und Entlassungen: 
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