Tagesschau-App: anachronistischer Streit um ein modernes Tool
Im Zeitalter der Medienkonvergenz sähe der Bund Deutscher Zeitungsverleger gerne die Hoheit über das geschriebene Wort garantiert und hat deswegen im Juni 2011 eine Klage gegen die "presseähnlichen Inhalte" der Tagesschau-App eingereicht. Was in diesem bizarren Streit bisher geschah.
- im Juni 2011 reicht der BDZV Klage ein: „Die Ministerpräsidenten schauen untätig zu, wie mit Gebührengeldern umfänglich Pressetexte geschrieben und digital verbreitet werden. Es bedarf in Deutschland aber keiner staatsfinanzierten Presse", sagte Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)
BDZV: BDZV: Klage gegen Tagesschau-AppAcht Zeitungsverlage haben am 21. Juni 2011 bei der Wettbewerbskammer des Landgerichts Köln eine gemeinsame Klage gegen die öffentlich-re...- diese App ist der Stein des Anstoßes
Medien: Verleger wettern gegen Google und Tagesschau-AppSind kostenlose Medienangebote geschäftsschädigend? Ja, sagt der Bund der Zeitungsverleger und will trotz eigener erfolgreicher App-Angeb...- das NDR-Medienmagazin Zapp schildert die Fronten in diesem Video
- In der Süddeutschen Zeitung (die ebenfalls zu den Klägern zählt) berichtet Caspar Busse von der ersten Verhandlung im Landgericht Köln im Oktober 2011. Der Richter ruft die Parteien zu einer gütlichen Einigung auf.
Tagesschau-App vor Gericht – Um was Verlage und ARD eigentlich streitenEs geht um nicht weniger als die Zukunft der Pressekultur, sagen die einen. Nein, es geht nur um ein kleines technisches Hilfsmittel, sag...Die Verhandlungsführer gingen auf den richterlichen Vorschlag ein. Das Ergebnis: Eine Erklärung, in der steht, dass die ARD-Sender "bei der inhaltlichen und gestalterischen Anmutung ihrer Telemedien den Schwerpunkt in fernseh- und hörfunkähnlichen Angeboten setzen. Texte in Telemedien von ARD und ZDF stehen in der Regel in inhaltlichem Zusammenhang mit Video- und Audioinhalten. Video- und Audioinhalte sind vorrangig. Für die Angebote der Verleger sind Text und Foto vorrangig". Dabei sollen Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet und bei Apps künftig so gestaltet werden dass sie "kein funktionales Äquivalent zu den text-/fotogeprägten Angeboten der Zeitungen darstellen".
Öffentlich-Rechtliche im Netz: Friedensangebot für die Verleger - taz.deDer Versuch, die alte Medienwelt festzuschreiben: Im Streit über Internetangebote von ARD und ZDF liegt ein Entwurf für eine Einigung mit...Gegen diesen Kompromiss regt sich aber Widerstand, wie Ulrike Simon in der Berliner Zeitung aufgeschrieben hat:
ARD: Widerstand gegen Einigung mit VerlegernDer Konflikt, den die Zeitungsverleger mit ARD und ZDF wegen ihrer Internet-Angebote austragen, steht, anders als in der vergangenen Woch...- Willi Schlichting aus der WDR-Medienredaktion berichtet - nicht ganz neutral - über die Suche nach einem Kompromiss. Dieser Beitrag auf der Tagesschau-Website ist das Manuskript zu einem Radiobeitrag, der ebenfalls verlinkt ist.
App-Klage: Kompromiss "eine medienpolitische Entscheidung" | tagesschau.deApp-Klage: Kompromiss "eine medienpolitische Entscheidung" ARD-Intendanten beraten über Online-Angebote Die Intendanten der ARD haben bei...- die Nutzer der Tagesschau-App sprechen sich klar für die App aus: "GEZ-Gebühr mal richtig genutzt", schreibt Nutzer "Valdure" (dieser Link zeigt auf einer separaten Seite die Kommentare zum vorstehen Artikel auf tagesschau.de an).
App-Klage: Kompromiss "eine medienpolitische Entscheidung"Die Intendanten der ARD haben bei einem Treffen über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Online-Angebote beraten. Hintergrund ist die ...- Ergänzungen jederzeit willkommen!
