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Schwache Walnussernte

Es war ein schwaches Walnussjahr. Kaum eine Nuß fiel von unserem Baum im Schlossgarten.

  1. Allgemein soll die Nussernte in Franken schwach gewesen sein, nicht nur bei Rolf Mauder in Grettstadt:
  2. Einer meiner Lieblingswalnussbäume in der Zeilitzheimer Flur steht oben auf dem Hügel kurz vor der Grenze zur Gaibacher Gemarkung. Es ist der letzte verbleibende von drei prachtvollen Nussbäumen. Zwei fielen in den vergangenen Jahren dem Straßenausbau zum Opfer.
  3. Die Walnüsse reifen im Dorf unterschiedlich schnell. Unser Walnussbaum im Schlossgarten scheint als letzter reife Nüsse abzuwerfen, während die Bäume am Eulenberg immer sehr viel früher dran sind. Am besten schmecken mir die Nüsse Anfang September, wenn sie noch ganz frisch sind und man sich beim schälen der saftigen äußeren Hüllen schwarz befleckte Finger zuzieht. Das war schon in meiner Kindheit eine sehr beliebte Beschäftigung, sehr zum Ärger meiner Großmutter, die es gar nicht fein fand mit so schmutzigen Händen herumzulaufen. Aber mit Wasser und Seife sind diese Flecken nun mal nicht zu entfernen. In diesem noch sehr frühen Stadium der Reife muss man auch unbedingt die innere, weiße Haut vom Nussfleisch abziehen, weil diese sehr bitter schmeckt. Hast Du Dir all diese Mühe gemacht, wirst Du mit dem besten Nussgeschmack belohnt, den es eben nur frisch und unter dem Baum geben kann. Es mag nicht besonders magenfreundlich sein, die Nüsse in diesem Zustand zu essen, aber viele kannst Du bei dem Arbeitsaufwand ohnehin nicht vertilgen!
  4. Der folgende Wikipedia Artikel erklärt, warum unter unserem Walnussbaum so gut wie nichts wächst: "Der Boden unter Walnussbäumen ist meist nicht bewachsen, vorhandene
    Unterpflanzen kümmern stärker, als die Beschattung hierfür
    verantwortlich wäre. Der Baum gibt Hemmstoffe ab, die verhindern, dass andere Pflanzen in Konkurrenz um die Nährstoffe gedeihen. Diese biochemische Abwehr wird als Allelopathie bezeichnet. Die Blätter des Walnussbaums sind besonders gerbstoffreich, sie bauen sich langsamer ab als anderes Laub und werden auch von den meisten Insekten eher gemieden. Nussbäumen wird außerdem die Eigenschaft zugeschrieben, Fliegen zu vertreiben, so dass sie häufig in Bauernhöfen (neben dem Misthaufen) gepflanzt wurden."
  5. Auch am Kaiserstuhl war die Walnussernte in diesem Jahr eher schlecht. Das Video vom SWR zeigt aber auch wunderschöne Landschaftsbilder.
  6. In ganz großem Stil werden Walnüsse in Kalifornien geerntet.
  7. Die Kalifornier machen auch tüchtig Werbung hier bei uns in Deutschland:
  8. Das Bild der Nußschale als alles umfassendes Microkosmos  wird oft bemüht, so auch wie hier bei Stephen Hawking.
  9. In diesem Sinne kann man auch sehr schön mit Kindern spielen und statt Bleigießen "Das Universum in der Nuss-Schale spielen":
  10. Und natürlich werden Walnüsse auch als Heilmittel eingesetzt.
  11. Unsere Nüsse wurden jedenfalls fast immer noch ganz frisch an Ort und Stelle vertilgt, wenn sie noch schön saftig sind. Man muss dann die innere Schale entfernen, die sonst recht bitter schmeckt.

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